WiFiCalling: Eine Einführung in die technische Umsetzung

Nur Bullshit im Kopf

WiFiCalling ist eine Funktion, die es ermöglicht, über ein WLAN-Netzwerk mit der eigenen Mobilfunknummer zu telefonieren. Das kann nützlich sein, wenn das Mobilfunknetz schwach oder gar nicht verfügbar ist, oder um Roaming-Gebühren im Ausland zu sparen. In diesem Artikel werden die technischen Grundlagen, Voraussetzungen und Vorteile von WiFiCalling erklärt.

Was ist WiFiCalling?

  • WiFiCalling ist ein Verfahren, das auch unter den Bezeichnungen WLAN-Interworking, WLAN-Offloading oder WLAN-Call bekannt ist.
  • Es basiert auf einer 3GPP-Richtlinie und geht auf das Prinzip von Unlicensed Mobile Access (UMA) zurück.
  • Mit WiFiCalling nutzt ein Smartphone zusätzlich ein verfügbares WLAN-Netz, wenn es eine bessere Funkversorgung bietet als das Mobilfunknetz.
  • Damit ist es möglich, bei schwachem oder fehlendem Mobilfunknetz, nahtlos Anrufe über die eigene Telefonnummer zu tätigen sowie zu empfangen.

Wie funktioniert WiFiCalling?

  • Normalerweise laufen Anrufe über eine dauerhaft bestehende Verbindung zum nächstgelegenen Mobilfunkmast. Allerdings ist hierfür eine gewisse Signalstärke erforderlich.
  • Ist diese zu gering, sind ohne Alternativen wie WiFiCalling keine Anrufe möglich. Außerdem können laufende Gespräche plötzlich abbrechen, falls das Smartphone den Empfangsbereich des einen Mobilfunkmasten verlässt und ein anderer nicht schnell genug übernimmt oder außer Reichweite ist.
  • Gleiches gilt, wenn moderne Isolierverglasung in Gebäuden oder Schnellzügen das Mobilfunksignal so weit dämpft, dass es für Anrufe nicht mehr ausreicht.
  • Technisch gesehen funktionieren Anrufe über WLAN ähnlich wie die über eine IP-fähige Telefonanlage. Anstatt die Gesprächsdaten in Echtzeit über das Mobilfunknetz zu übertragen, erfolgt eine Umwandlung in Internet-Datenpakete.
  • Diese werden dann über das WLAN-Netzwerk an einen Server des Mobilfunkanbieters gesendet, der sie wieder in Sprachdaten umwandelt und ins Mobilfunknetz einspeist.
  • Der Empfänger des Anrufs merkt keinen Unterschied, ob der Anrufer über WLAN oder Mobilfunk telefoniert.
  • Um WiFiCalling zu nutzen, muss das Smartphone per IPsec-VPN-Tunnel am Kernnetz des Mobilfunkproviders angemeldet sein. Die zur Authentifizierung notwendigen Daten kommen von der SIM-Karte.
  • Der Wechsel zwischen den Netzen erfolgt sogar ohne Unterbruch beim Telefonieren. Damit das netzübergreifende Roaming gelingt müssen das die Mobiltelefone beherrschen.
  • Die folgende Abbildung zeigt die Netzarchitektur für WLAN-Interworking am Beispiel von WLAN, GSM und UMTS:

![Netzarchitektur für WLAN-Interworking](https://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/bilder/2109141.jpg)

Quelle: https://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/2109141.htm

Was sind die Voraussetzungen für WiFiCalling?

Um WiFiCalling nutzen zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Smartphone muss WiFiCalling-fähig sein. Nicht alle Modelle unterstützen diese Funktion. Manchmal funktioniert WiFiCalling nur für Geräte, die beim Netzbetreiber erworben wurden.
  • Der Mobilfunkanbieter muss WiFiCalling anbieten. Nicht alle Anbieter haben diese Option im Portfolio. Außerdem kann es sein, dass nur bestimmte Tarife WiFiCalling ermöglichen.
  • Die SIM-Karte muss WiFiCalling unterstützen. Nicht alle SIM-Karten sind dafür geeignet. Manchmal muss man eine neue SIM-Karte bestellen oder aktivieren lassen.
  • Das WLAN-Netzwerk muss eine ausreichende Bandbreite und Stabilität haben. Nicht alle WLAN-Netze sind für WiFiCalling geeignet. Manchmal kann es zu Paketverlusten oder Verbindungsproblemen kommen.

Was sind die Vorteile und Nachteile von WiFiCalling?

WiFiCalling hat einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Hier sind die wichtigsten aufgelistet:

Vorteile:

  • Erhöhte Erreichbarkeit bei schlechtem oder keinem Mobilfunkempfang
  • Einfache Nutzung ohne zusätzliche Apps oder Geräte
  • Nahtloser Wechsel zwischen den Netzen ohne Gesprächsabbruch
  • Einsparung von Roaming-Gebühren im Ausland

Nachteile:

  • Abhängigkeit von der Qualität und Verfügbarkeit des WLAN-Netzes
  • Mögliche Zusatzkosten je nach Anbieter und Tarif
  • Mögliche Einschränkungen bei der Notrufabgabe oder Standortbestimmung
  • Mögliche Inkompatibilität zwischen verschiedenen Anbietern oder Ländern

Wie kann man WiFiCalling nutzen?

Um WiFiCalling zu nutzen, muss man zunächst prüfen, ob das eigene Smartphone, der Mobilfunkanbieter, der Tarif und die SIM-Karte dafür geeignet sind. Wenn ja, muss man die Funktion im Smartphone aktivieren. Das kann je nach Modell und Betriebssystem unterschiedlich sein. Meistens findet man die Option unter den Einstellungen für Telefonie, Netzwerk oder Verbindungen. Wenn WiFiCalling aktiviert ist, sollte ein entsprechendes Symbol in der Statusleiste des Smartphones erscheinen.

Um einen Anruf über WLAN zu führen, muss man sich in Reichweite eines WLAN-Netzwerks befinden und mit diesem verbunden sein. Dann kann man wie gewohnt eine Telefonnummer wählen oder einen Kontakt auswählen. Das Smartphone wird automatisch entscheiden, ob es den Anruf über WLAN oder Mobilfunk führt, je nachdem, was verfügbar ist und was eine bessere Qualität bietet. Wenn man während eines Anrufs das WLAN-Netzwerk verlässt oder wechselt, wird das Smartphone versuchen, den Anruf über das Mobilfunknetz fortzusetzen, ohne dass der Gesprächspartner etwas davon merkt.

WiFiCalling ist eine praktische Funktion, die es ermöglicht, über WLAN mit der eigenen Mobilfunknummer zu telefonieren. Das kann die Erreichbarkeit verbessern, die Sprachqualität erhöhen und die Kosten senken. Allerdings gibt es auch einige technische Voraussetzungen, Einschränkungen und Risiken, die man beachten sollte. WiFiCalling ist daher nicht für jeden Nutzer und jede Situation geeignet.

Quellen

– https://www.elektronik-kompendium.de/sites/kom/2109141.htm
– https://www.vodafone.de/business/featured/technologie/wifi-calling-wie-sie-mobilfunk-auch-ueber-wlan-nutzen/
– https://www.vodafone.de/hilfe/wifi-calling.html

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